Offizielle Eröffnung der „Hittfelder Dorfrunde” und der „Hittfelder Bahnhofsrunde”

Die Hittfelder Runden: Gleich zwei kulturhistorische Rundwege in Hittfeld und Umgebung sind in der letzten Woche eröffnet worden. Zahlreiche Schautafeln an Straßen und Plätzen erinnern an Geschichte und Geschichten der Seevetaler Gemeindeteile Hittfeld und Emmelndorf.
So haben Ausflugsgäste und Einheimische auf diese Weise die Möglichkeit, zu Fuß oder mit dem Fahrrad die Ortsgeschichte auf eigene Faust zu erkunden.


Hittfelder “Dorfrunde”
25 Menschen folgten dem Aufruf des Heimatvereins Hittfeld und eröffneten die Hittfelder Dorfrunde. 25 Schautafeln auf einer 1,5 Kilometer langen Route durch den Ortskern erzählen Geschichten von Gebäuden und ihren Bewohnern.
Initiator der “Dorfrunde” ist der “Heimatverein Hittfeld u. Umg.”. 8.000 bis 9.000 Euro habe die Installation gekostet, sagte der Vereinsvorsitzende Henning Drewes.

Die Gemeinde Seevetal und die EU über die Leader-Region Achtern-Elbe-Diek haben die Rundwege finanziell gefördert. 2.500 Broschüren liegen im Rathaus der Gemeinde Seevetal und in der Buchhandlung Seevetal (Kirchstraße 12) aus. Sie enthalten von Ortschronist Sören Sahling entworfene Texte zu den einzelnen Rundwegstationen.

Jede Schautafel ist mit einem QR-Code versehen. Der QR-Code verbindet den Nutzer mit der Internetseite des Heimatvereins, um weitere Erläuterungen anzeigen zu lassen. Dort ist zum Beispiel nachzulesen, was ein “Schillingshof” ist. Auch andere Begriffe wie zum Beispiel “Büchsenmacher” werden erklärt – in Hittfeld reinigte, reparierte und verkaufte einst ein Händler Waffen.

Zur Eröffnung der Dorfrunde erzählte der Hittfeld-Intimus Sören Sahling lebendige Geschichten an verschiedenen Rundwegstationen. Zum Beispiel, dass sich noch bis 1970 fünf sogenannte Kolonialwarenläden (kleine Läden mit Grundnahrungsmitteln und Haushaltsbedarf im Sortiment) auf lediglich 200 Metern im Hittfelder Ortskern gbefanden, oder dass die Linden an der Schulstraße vor dem Kirchberg die Überreste eines großen Dorfplatzes seien, auf dem einst Kinder Fußball gespielt haben.

“Hittfelder Bahnhofsrunde”
Nach Beendigung der Dorfrunde erklärten Seevetals Bürgermeisterin Emily Weede (CDU) und Hittfelds Ortsbürgermeister Helmut Dohrmann (CDU) die Hittfelder Bahnhofsrunde für fertiggestellt und eröffnet. Der mehr als 3 Kilometer lange Rundweg beginnt und endet am Hittfelder Bahnhof, deshalb heißt er “Bahnhofsrunde”.

Die Runde geht auf eine Initiative des Ortsrats Hittfeld, Emmelndorf zurück. Emily und Carsten Weede haben den Rundweg zusammen mit dem Medienprofuzent Frank Drynda umgesetzt.

Eröffnung der Bahnhofsrunde war bereits 2018, allerdings fehlten damals die Schautafeln an den einzelnen Stationen. Nutzer orientierten sich damals anhand eines Flyers. Zwölf Schautafeln, mit QR-Codes versehen, erinnern heute an vergessene Gebäude und verstorbene Persönlichkeiten in Hittfeld und Emmelndorf. Die Bahnhofsrunde liefert u. a. die Erklärung, warum sich der Hittfelder Bahnhof so weit vom Ortszentrum befindet. Ursprünglich sollte er in der Nähe des Gasthauses “Zum Hundertjährigen” entstehen. Der Kaufmann H. G. Homeyer machte jedoch seinen Einfluss geltend und sorgte dafür, dass die Züge im Jahr 1874 ihren Haltepunkt in der Feldmark von Emmelndorf erhielten. Der Grund: Der Kaufmann befürchtete, dass die Kundschaft seines Kaufhauses nach Harburg abwandern könnte. Damals, ohne Anschluss an die Bahn, seien die Hittfelder nur einmal im Jahr zum Einkaufen nach Harburg gefahren, sagt Emily Weede.

Am früheren Meyermannschen Hof an der Straße Am Göhlenbach liegen Bahnhofsrunde und Dorfrunde eng beieinander. Geht es nach Emily Weede, sollte das Netz aus kulturhistorischen Rundwegen noch ausgebaut werden. “Wir haben noch viele Ideen”, sagt die Bürgermeisterin.

Quelle:Thomas Sulzyc (WB.Elbe/Geest_17.5.2023
Offizielle Eröffnung der Hittfelder “Dorfrunde” und der Hittfelder “Bahnhofsrunde”

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